Die DBT-A für Jugendliche ist eine auf die besonderen Bedürfnisse von Jugendlichen abgestimmte Weiterentwicklung der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT).
Ein zentraler Gedanke der DBT-A besteht darin, Akzeptanz und Veränderung miteinander zu verbinden: Belastende Gefühle und Erfahrungen werden zunächst wahrgenommen und ernst genommen. Gleichzeitig werden gemeinsam neue Möglichkeiten entwickelt, mit schwierigen Situationen, intensiven Emotionen und problematischen Verhaltensmustern umzugehen.
DBT-A für Jugendliche in unserer Einrichtung
In der Weißen Villa Harz wird der DBT-A-Ansatz von Saskia Fröhlich und Sophie Müller in die therapeutische Arbeit eingebracht. Neben der individuellen Begleitung haben sie eine spezifische DBT-Gruppe in unserer Einrichtung etabliert, die im zweiwöchentlichen Rhythmus stattfindet.
In diesem Gruppenangebot erarbeiten und üben die Jugendlichen gemeinsam zentrale Inhalte und Fertigkeiten der DBT. Dabei erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit eigenen Verhaltens- und Reaktionsmustern auseinanderzusetzen und neue Strategien für den Umgang mit Emotionen, Anspannung, Konflikten und belastenden Situationen kennenzulernen.
Der Gruppenrahmen ermöglicht es, Fertigkeiten nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern gemeinsam zu erproben, Erfahrungen zu reflektieren und voneinander zu lernen.
DBT-A in der stationären Jugendhilfe
Die DBT-A für Jugendliche kann insbesondere dort hilfreiche Ansätze bieten, wo junge Menschen sehr intensive Gefühle erleben und Schwierigkeiten haben, diese wahrzunehmen, einzuordnen und angemessen zu regulieren.
Anspannung, impulsives Verhalten, Konflikte oder problematische Bewältigungsstrategien können mögliche Folgen sein. Elemente der DBT-A können dabei unterstützen, eigene Reaktionen besser zu verstehen und alternative Handlungsmöglichkeiten aufzubauen.
Die stationäre Jugendhilfe bietet hierfür besondere Möglichkeiten: Neue Strategien können nicht nur im therapeutischen Rahmen erarbeitet, sondern auch im Alltag erprobt und reflektiert werden. Erfahrungen aus Wohngruppe, Schule und Freizeit können wiederum in die therapeutische Begleitung einfließen.
Umgang mit Gefühlen und Anspannung
Ein wichtiger Schwerpunkt ist der Umgang mit starken Gefühlen und hoher innerer Anspannung.
Junge Menschen lernen, eigene emotionale Reaktionen bewusster wahrzunehmen und besser zu verstehen. Gemeinsam entwickeln die Jugendlichen neue Möglichkeiten, ihre Gefühle zu regulieren und auch in belastenden Situationen handlungsfähig zu bleiben.
Dabei geht es nicht darum, unangenehme Gefühle grundsätzlich zu vermeiden. Vielmehr sollen die Jugendlichen lernen, diese wahrzunehmen, auszuhalten und angemessen mit ihnen umzugehen.
Fertigkeiten für schwierige Situationen
Deshalb spielt das Erlernen und Einüben konkreter Fertigkeiten, sogenannter Skills, in der DBT-A eine wichtige Rolle.
Dadurch können jungen Menschen helfen, mit Belastungen und Krisensituationen anders umzugehen und schrittweise hilfreiche Alternativen zu bisherigen Verhaltensweisen aufzubauen.
Zu den zentralen Bereichen gehören unter anderem:
- Achtsamkeit
- Umgang mit Stress und hoher Anspannung
- Regulation von Emotionen
- zwischenmenschliche Fertigkeiten
- Stärkung des Selbstwertes
- konstruktiver Umgang mit Konflikten
Welche Fertigkeiten und Methoden eingesetzt werden, richtet sich nach der individuellen Situation und dem jeweiligen Unterstützungsbedarf des jungen Menschen.
Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung
Achtsamkeit unterstützt dabei, Gedanken, Gefühle und körperliche Reaktionen bewusster wahrzunehmen, ohne unmittelbar darauf reagieren zu müssen.
Dadurch kann zwischen einem inneren Impuls und der eigenen Handlung zunehmend Raum entstehen. So können junge Menschen Situationen differenzierter wahrzunehmen und bewusster zu entscheiden, wie sie mit ihnen umgehen möchten.
Diese Fähigkeit kann eine wichtige Grundlage für die Regulation von Emotionen und die Entwicklung neuer Verhaltensmöglichkeiten sein.
Zwischenmenschliche Beziehungen
Auch der Umgang mit anderen Menschen spielt in der DBT-A eine wichtige Rolle.
Eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken, Grenzen zu setzen, Konflikte auszuhalten und gleichzeitig tragfähige Beziehungen zu gestalten, kann für junge Menschen eine besondere Herausforderung darstellen.
Deshalb greifen Saskia Fröhlich und Sophie Müller solche Situationen im therapeutischen Prozess und in der DBT-Gruppe auf und entwickeln gemeinsam mit den Jugendlichen alternative Kommunikations- und Handlungsmöglichkeiten.
Transfer in den Alltag
Ein besonderer Vorteil unseres Gesamtkonzeptes ist die enge Verbindung von Pädagogik, Therapie und Schule.
Die in der DBT-Gruppe und in der therapeutischen Begleitung erarbeiteten Fertigkeiten können im Lebensalltag der jungen Menschen aufgegriffen, erprobt und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig können Beobachtungen und Erfahrungen aus Wohngruppe, Schule und Freizeit zurück in die therapeutische Arbeit einfließen.
So entsteht ein kontinuierlicher Transfer zwischen therapeutischer Arbeit und Alltag – mit dem Ziel, neue Strategien nicht nur kennenzulernen, sondern sie zunehmend selbstständig in konkreten Situationen anwenden zu können.
Weiterführende Fachinformationen
Weitere Informationen zur Dialektisch-Behavioralen Therapie und zur DBT-A finden Sie beim Dachverband für Dialektisch Behaviorale Therapie e. V. (DDBT).

