Das Psychodrama ist ein handlungs- und erlebnisorientierter therapeutischer Ansatz. Situationen, Beziehungen und persönliche Erfahrungen werden dabei nicht ausschließlich im Gespräch betrachtet, sondern können mithilfe verschiedener Methoden auch szenisch dargestellt und erlebt werden.
Dadurch können Zusammenhänge sichtbar und Gefühle, Gedanken sowie unterschiedliche Perspektiven besser zugänglich werden.
Beziehungen und Rollen verstehen
Menschen übernehmen in unterschiedlichen Lebensbereichen verschiedene Rollen und gestalten Beziehungen auf unterschiedliche Weise. Belastende Erfahrungen oder Konflikte können beeinflussen, wie junge Menschen sich selbst und andere wahrnehmen und wie sie in bestimmten Situationen reagieren.
Im Psychodrama können solche Situationen aufgegriffen und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Dabei können beispielsweise Beziehungserfahrungen, Konflikte oder wiederkehrende Verhaltens- und Reaktionsmuster eine Rolle spielen.
Erfahrungen szenisch bearbeiten
Je nach individuellem Hilfebedarf können unterschiedliche psychodramatische Methoden eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Rollen- und Stegreifspiele sowie weitere Formen der szenischen Darstellung.
Situationen können auf diese Weise nicht nur besprochen, sondern dargestellt und aus unterschiedlichen Blickwinkeln erlebt werden. Anschließend können die dabei gewonnenen Erfahrungen gemeinsam reflektiert und therapeutisch weiterbearbeitet werden.
Neue Handlungsmöglichkeiten durch Psychodrama erproben
Ein wichtiger Bestandteil kann darin bestehen, alternative Reaktions- und Handlungsmöglichkeiten zunächst in einem geschützten therapeutischen Rahmen auszuprobieren.
Junge Menschen können dadurch neue Perspektiven kennenlernen und Erfahrungen damit sammeln, Situationen anders zu gestalten. Diese Erfahrungen können anschließend aufgegriffen und schrittweise auf den Alltag übertragen werden.
Psychodrama in unserer therapeutischen Arbeit
In der Weißen Villa Harz wird die psychodramatische Arbeit unter anderem von Karin Morgenroth, Psychologin, und Gabriele Spamer gestaltet. Sie bringen ihre fachlichen Erfahrungen in die therapeutische Begleitung der jungen Menschen ein.
Dabei steht nicht die Methode allein im Mittelpunkt. Entscheidend ist, welche Form der therapeutischen Unterstützung zur individuellen Situation und zum Hilfebedarf des jungen Menschen passt. Psychodramatische Methoden können entsprechend in den therapeutischen Prozess einbezogen und mit der pädagogischen Begleitung im Alltag abgestimmt werden.
Teil unseres therapeutischen Gesamtkonzeptes
Psychodrama ist einer von mehreren therapeutischen Ansätzen, die entsprechend dem individuellen Hilfebedarf eingesetzt werden können. Die therapeutische Begleitung wird mit der pädagogischen Arbeit und der schulischen Entwicklung abgestimmt und ist damit Bestandteil unseres Gesamtkonzeptes aus Pädagogik, Therapie und Schule.
Weitere Informationen finden Sie unter Therapie in der stationären Jugendhilfe.

