NLP (Neurolinguistisches Programmieren) nutzen wir in der Weißen Villa Harz als ergänzendes Arbeitsmodell innerhalb unserer pädagogisch-therapeutischen Arbeit. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere Wahrnehmung, Kommunikation sowie erlernte Denk- und Verhaltensmuster.
Die Beschäftigung mit diesen Bereichen kann jungen Menschen helfen, eigene Reaktionen bewusster wahrzunehmen und darüber nachzudenken, welche anderen Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen.
Wahrnehmung und Kommunikation
Menschen nehmen Situationen unterschiedlich wahr. Persönliche Erfahrungen, Gefühle, Erwartungen und bisherige Lernerfahrungen können beeinflussen, wie eine Situation erlebt und bewertet wird.
Auch Sprache spielt dabei eine wichtige Rolle. Wie wir etwas beschreiben, welche Worte wir verwenden und wie wir miteinander kommunizieren, kann beeinflussen, wie wir Situationen und andere Menschen wahrnehmen.
In unserer Arbeit können solche Zusammenhänge gemeinsam betrachtet und reflektiert werden.
Denk- und Verhaltensmuster erkennen
Viele Reaktionen und Verhaltensweisen entwickeln sich über einen längeren Zeitraum. Manche davon laufen in bestimmten Situationen nahezu automatisch ab.
Ein wichtiger Ansatz besteht deshalb darin, solche wiederkehrenden Muster zunächst bewusst wahrzunehmen: Was passiert in einer bestimmten Situation? Wie nehme ich sie wahr? Was denke oder fühle ich dabei? Und wie reagiere ich anschließend?
Durch diese Auseinandersetzung können Zusammenhänge zwischen Wahrnehmung, Gedanken, Kommunikation und Verhalten verständlicher werden.
Neue Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten entwickeln
Das Erkennen eines bisherigen Musters ist für uns nicht das eigentliche Ziel. Vielmehr geht es darum, daraus neue Möglichkeiten für den Umgang mit belastenden oder schwierigen Situationen zu entwickeln.
Gemeinsam kann betrachtet werden, welche bisherige Strategie eingesetzt wurde und welche anderen Reaktionsmöglichkeiten denkbar sind. Anschließend können neue Handlungsweisen ausprobiert und die damit gemachten Erfahrungen reflektiert werden.
Dabei steht nicht die Vorstellung im Vordergrund, unerwünschtes Verhalten einfach „umzuprogrammieren“. Entscheidend ist vielmehr, eigene Muster besser zu verstehen und das persönliche Handlungsrepertoire zu erweitern.
NLP in unserer pädagogisch-therapeutischen Arbeit
Einzelne Denkmodelle, Fragestellungen und Methoden aus dem NLP können entsprechend der individuellen Situation in unsere Arbeit einfließen. Besonders die Beschäftigung mit Wahrnehmung, Sprache, Kommunikation, persönlichen Zielen und unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten kann dabei von Bedeutung sein.
Die praktische Arbeit ist immer in den gesamten Hilfeprozess eingebettet. Erfahrungen aus dem Alltag können aufgegriffen, gemeinsam reflektiert und wiederum in die pädagogische und therapeutische Begleitung zurückgeführt werden.
Fachlicher Hintergrund
Die fachliche Beschäftigung mit NLP geht in der Weißen Villa Harz insbesondere auf Christoph Spamer zurück. Er verfügt über eine entsprechende Ausbildung im Neurolinguistischen Programmieren und bringt diese Kenntnisse in die pädagogisch-therapeutische Arbeit der Einrichtung ein.
Dabei nutzen wir ausgewählte Ansätze und Methoden des NLP vor allem dort, wo sie die Reflexion von Wahrnehmung, Kommunikation sowie Denk- und Verhaltensmustern sinnvoll unterstützen können.
Im Mittelpunkt steht für uns nicht die Anwendung einer Methode um ihrer selbst willen. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Ansatz dazu beitragen kann, bisherige Verhaltensstrategien besser zu verstehen, persönliche Ziele zu entwickeln und neue Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten zu erproben.
Ergänzendes Arbeitsmodell
NLP verstehen wir nicht als Ersatz für psychologische oder psychiatrische Diagnostik und auch nicht als alleinstehende Grundlage unserer therapeutischen Arbeit.
Vielmehr können einzelne Ansätze als ergänzendes Arbeitsmodell genutzt werden, wenn sie für die individuelle Situation und den Hilfebedarf eines jungen Menschen sinnvoll erscheinen.
Damit fügt sich die Arbeit mit NLP in unser Gesamtkonzept aus Pädagogik, Therapie und Schule ein.
Weitere Informationen finden Sie unter Therapie in der stationären Jugendhilfe.

