Unser Menschenbild in der Jugendhilfe orientiert sich an einem humanistischen Grundverständnis. Jeder junge Mensch ist für uns eine eigenständige und wertvolle Persönlichkeit mit individuellen Erfahrungen, Fähigkeiten, Bedürfnissen und Entwicklungsmöglichkeiten.
Wir begegnen jungen Menschen mit Respekt und Wertschätzung und nehmen ihre individuelle Lebensgeschichte und ihre persönliche Art, die Welt wahrzunehmen und mit ihr umzugehen, ernst. Auch Verhaltensweisen, die zunächst schwer nachvollziehbar erscheinen, betrachten wir im Zusammenhang mit den bisherigen Erfahrungen und der aktuellen Lebenssituation des jungen Menschen.
Grundlage unserer Arbeit ist die Überzeugung, dass Entwicklung und Veränderung möglich sind. Fähigkeiten und Ressourcen können durch belastende Erfahrungen, schwierige Lebensbedingungen oder andere Beeinträchtigungen zeitweise in den Hintergrund treten. Pädagogische und therapeutische Begleitung soll dazu beitragen, vorhandene Stärken wieder wahrzunehmen, neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und persönliche Entwicklung zu ermöglichen.

Beziehung und Begegnung
Eine wichtige Orientierung für unsere pädagogische Grundhaltung bietet das dialogische Prinzip von Martin Buber. Im Mittelpunkt steht dabei die Begegnung zwischen Menschen und die Anerkennung des Gegenübers in seiner Individualität.
Für unsere tägliche Arbeit bedeutet dies, jungen Menschen aufmerksam und respektvoll zu begegnen, ihre Perspektiven ernst zu nehmen und ihnen nicht mit vorgefertigten Vorstellungen zu begegnen. Pädagogische Fachkräfte gestalten Beziehungen dabei bewusst und reflektieren zugleich ihre eigene Haltung und ihr eigenes Handeln.
Tragfähige Beziehungen entstehen für uns durch Verlässlichkeit, gegenseitigen Respekt und die Bereitschaft, den jungen Menschen in seiner individuellen Entwicklung wahrzunehmen und zu begleiten.
Individualität anerkennen
Ein zentraler Gedanke unserer Haltung ist die Anerkennung der Individualität jedes Menschen. Junge Menschen unterscheiden sich in ihren Erfahrungen, Wahrnehmungen, Bedürfnissen, Fähigkeiten und Möglichkeiten.
Für die pädagogische und therapeutische Arbeit bedeutet dies, nicht von einer einheitlichen Vorstellung davon auszugehen, wie Entwicklung verlaufen muss. Vielmehr betrachten wir gemeinsam mit dem jungen Menschen seine persönliche Situation, vorhandene Ressourcen und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten.
Diese Haltung bildet eine wichtige Grundlage dafür, Unterstützung entsprechend dem individuellen Hilfebedarf zu gestalten.
Ergänzende Reflexionsmodelle
Ergänzend nutzen wir in unserer Arbeit unterschiedliche Reflexions- und Arbeitsmodelle. Dazu gehört auch das Enneagramm, das zur Auseinandersetzung mit individuellen Wahrnehmungs-, Denk- und Verhaltensmustern herangezogen werden kann.
Dabei verstehen wir das Enneagramm als ergänzendes Reflexions- und Arbeitsmodell innerhalb unserer pädagogischen und therapeutischen Arbeit.
„Mehr über das Enneagramm erfahren“
Unser Menschenbild im pädagogischen Alltag
Unser Menschenbild in der Jugendhilfe zeigt sich vor allem in der täglichen pädagogischen und therapeutischen Arbeit. Junge Menschen sollen nicht auf Schwierigkeiten, Diagnosen oder einzelne Verhaltensweisen reduziert werden. Ebenso wichtig sind ihre Fähigkeiten, Interessen, bisherigen Erfahrungen und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten.
Dabei verstehen wir Entwicklung als individuellen Prozess. Pädagogische Begleitung, therapeutische Unterstützung und schulische Förderung werden entsprechend dem jeweiligen Hilfebedarf miteinander verbunden.
Unser Phasenmodell schafft dafür einen strukturierten Rahmen: vom Ankommen und der Stabilisierung über die Verselbstständigung bis zur Vorbereitung auf ein möglichst eigenständiges Leben.

