Rufen Sie uns an! (0 39 43) 90 58 11
logo

Therapie

therapie

Innerhalb des Sozial- und Lerntherapeutischen Internats Weiße-Villa- Harz arbeiten wir eklektisch, so kommen verschiedene bewährte Therapieansätze und Methoden zum tragen.

Damit werden wir den differenzierten Persönlichkeitsstrukturen der jungen Menschen gerecht und verbessern wesentlich die Chance auf eine mittelfristig positive Entwicklung.

 

 

 

Wir arbeiten mit folgenden Therapieansätzen und Methoden:

  • Das Enneagramm ist ein Persönlichkeitsmodell, das vor allem der Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit, mit Stärken und Schwächen sowie der Zuordnung von typenbedingten Eigenschaften dient.

    Es unterscheidet neun verschiedene internale Verhaltensprogramme, die sich in spezifischen Handlungsmustern präsentieren. Dabei handelt es sich um Automatismen, die einst Schutz und Sicherheit im Kindesalter gewährleisteten, im Erwachsenenalter jedoch gewohnheitsmäßig auftauchen und oft als Hindernisse und Blockaden erlebt werden. Die neun Grundmuster unterscheiden sich elementar hinsichtlich ihrer Weltsicht und der Art und Weise zu fühlen und zu handeln. Sie bilden das Fundament, auf dem sich dann die individuelle Persönlichkeit aufbaut. Entwicklung und Freiheit werden durch Erkennen des jeweils individuellen Musters möglich. In dieser Ansicht geht das Enneagramm mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Psychologie konform, denn schon in der klinischen Psychologie heißt es: „Allen Einsichtstherapien liegt die Annahme zugrunde, dass ein Mensch darum in seinem Verhalten gestört ist, weil er sich der Motive seines Handelns nicht bewusst ist“ (Davison/Neale, 1996, S. 642).

    Das Enneagramm ist eines der ältesten bekannten Persönlichkeitsmodelle, das sich in seiner Wirksamkeit mehr als bewährt hat. Die Ursache hierfür liegt in seiner langen Geschichte, wobei die Menschheitserfahrung vergangener Jahrhunderte in alle Wissenschaften eingeflossen ist. Ab 1971 fand das Enneagramm Eingang in die persönlichkeitspsychologische Diskussion und wurde Gegenstand der psychologischen Forschung. So stellten im Jahr 2004 Lendt und Müller die Validierung dieses Persönlichkeitsmodells mit psychologischen Verfahren dar, um sich dem Enneagramm mit einer wissenschaftlichen Überprüfung zu nähern. Dennoch ist die Wissenschaftlichkeit des Enneagramms noch nicht weit fortgeschritten, da es kein Verfahren ist, das die Gütekriterien der DIN 33430 erfüllt, oder das mit anderen psychologischen Verfahren sowohl in seiner Fundierung als auch in seiner Tragweite vergleichbar wäre.

    Im Sozial- und Lerntherapeutischen Internat wird das Enneagramm in erster Linie als ein Instrument zur Verbesserung der Selbsterkenntnis und zur Transformation der Persönlichkeit verstanden und angewandt. Dabei hilft das enneagrammatische Vorgehen den Kindern und Jugendlichen aus dem individuellen Gewohnheitsmäßigen und der einförmigen Wiederkehr ihrer Abwehrmuster „aufzuwachen“. So werden sie schrittweise befähigt, ihre Muster selbst zu erkennen. Gleichzeitig werden sie im Gruppensetting Teilhaber/in der individuellen  Intentionen und inneren Logiken der anderen Muster. Weiterhin werden sie in dem Prozess der bewussten Beachtung, aber auch in dem der Veränderungsmöglichkeiten ihrer jeweils eigenen Motive und ihres Verhaltens begleitet. Deshalb gehen sie viel vorsichtiger miteinander um: Verachtung, Vorverurteilung und Erniedrigung werden deutlich seltener.

    Das Ehepaar Spamer hat das Enneagramm im Rahmen von Weiterbildungen im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge, mit Sitz in Berlin,  kennengelernt und dann eine dreijährige Ausbildung im Deutschen Verein zum/zur Enneagrammlehrer/in erfolgreich absolviert. Mit den anderen Absolventen/innen – Jugendamtsleiterinnen, Mitarbeitern/innen von Beratungsstellen, Dozenten und Professoren von Hochschulen, Geschäftsführern von Wohlfahrtsverbänden und anderen sozialpädagogischen bzw. therapeutischen Fachkräften – wurde nach dem Abschluss das Deutsche Enneagramm Zentrum mit Sitz in Wernigerode gegründet. Hauptziel dieser Gesellschaft ist die Implementierung der Erkenntnisse des Enneagramms in die Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit.
    Aus diesem Grund treffen sich die Enneagrammlehrer/innen vier- bis sechsmal  im Jahr, um ihre Arbeit einer gegenseitigen Prüfung zu unterstellen. Durch diesen fortlaufenden Prozess wird eine Qualitätssicherung vorangetrieben und gewährleistet.

  • entspannungIn Angesicht der gesellschaftlichen Beschleunigung und Pluralisierung ist der Mensch auf diversen Ebenen gefragt und mit einer hohen Anpassungsleistung und Ressourcenvielfalt gefordert. In dem Bemühen, die verschiedenen Lebensbereiche nach eigenem Bestreben und gesellschaftlicher Erwartung adäquat zu meistern, können die Wahrnehmung und Erfüllung eigener Bedürfnisse schnell in Vergessenheit geraten. Dabei ist eine bewusste Lebenseinstellung und -weise die Voraussetzung für den Erhalt von physischer und psychischer Gesundheit.
    Die Weiße-Villa-Harz bietet in der Regel mehrmals wöchentlich Entspannungssequenzen an, in der die Jugendlichen fernab des alltäglichen Pensums und Stresslevels zur Ruhe kommen und Zeit haben, sich nur auf sich konzentrieren zu können. Diese Gruppe findet im hauseigenen Snoezelraum statt, der mit reichlich Liegemöglichkeit, stimmungsvollen Lichtern, Duft und Musik zu einem Ort purer Entspannung wird.

    Mit progressiver Muskelrelaxation, autogenem Training und vielfältigen Phantasiereisen besinnen sich die Jugendlichen auf ihren Körper und ihren Geist, mit dem Ziel einer ganzheitlichen Selbstwahrnehmung und dem Gefühl einer Entspannung.

  • gestaltungDie Integrative Therapie basiert auf wesentlichen Konzepten der klassischen Gestalttherapie, des Psychodrama und der Psychoanalyse. Sie verbindet diese Ansätze durch ein übergreifendes Konzept der Korrespondenz.
    Dies bedeutet, dass ein Mensch nicht zu verstehen und zu behandeln ist, wenn er nicht als koexistierendes Wesen verstanden wird, als Wesen, das immer in Beziehung steht (auch wenn es allein ist) und auf Beziehung angewiesen ist.
    In diesem Verfahren geht es zudem um die Integration verdrängter und abgespaltener Gefühls- und Erfahrungsbereiche. Dabei werden die unterschiedlichen Perspektiven gesehen (die innere Dynamik, die Leiblichkeit, das soziale Umfeld, die Lebensgeschichte), die dementsprechend mit unterschiedlichen Methoden behandelt werden müssen.
    In der Therapie geht es insbesondere um die Erfahrung neuer Reaktionsmuster, die Förderung der Wahrnehmung der inneren und äußeren Realität und um die Ablösung von anderen Personen und Abhängigkeiten hin zur Übernahme von Selbstverantwortung. Als Voraussetzung dafür, dass tiefgreifende Veränderungsprozesse stattfinden können, werden das Anerkennen der Realität und die Selbstakzeptanz gesehen. „Akzeptiere dich, wie du bist und du wirst dich ändern.“

  • nlpNLP (Neurolinguistisches Programmieren) begreift sich als eine Methode, mit deren Hilfe man lernen kann, sich eigener oder fremder Wahrnehmungs-, Ausdruckweisen und automatischer Denk- und Verhaltensmuster bewusst zu werden und diese (mit Hilfe des inneren, teilweise unbewussten Potentials) zu erweitern bzw. zu ändern.
    Hinter dem Begriff verbirgt sich eine langjährige Forschung über die Struktur subjektiver Erfahrungen (wie Menschen die Welt wahrnehmen und darauf reagieren), von Kommunikation (wie Menschen sich sprachlich aus drücken und verständigen) und von Verhaltensmustern (wie Menschen Gelerntes speichern und automatisch wiederholen).
    Die Erkenntnisse und Inhalte des NLP tragen zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Menschen bei und bieten eine Vielzahl von Techniken und Methoden zur Ziel- und Lösungsfindung bei Problemen.
    Neuro steht für die gesamte menschliche Wahrnehmung (5 Sinne) und deren Steuerung über Nervensysteme und Gehirn. Linguistisch soll die Bedeutung von Sprache für das Erfassen der Welt und den Einfluss von Sprache auf menschliche Verhaltensveränderungen hervorheben.
    Programmieren bezieht sich auf (erwünschte wie unerwünschte) Verhaltensweisen (Programme), die aus erlernten Mustern bestehen und schließt die Chance mit ein, einengende Gewohnheiten systematisch zu ändern.
    Die wichtigsten Quellen, aus denen sich NLP speist, sind die Arbeiten von Fritz Perls (Gestalttherapie), Virginia Satir (Familientherapie) und Milton Erickson (Hypnotherapie).
    Kennzeichnend für das NLP ist ferner die Abwendung von abstrakt theoretischen Spekulationen über das Wesen seelischer Störungen und die Hinwendung zur Erforschung pragmatisch orientierter Strategien für Veränderung. An Stelle der Ursachenforschung trat die Zielorientierung.

  • psychodramaDas Psychodrama ist eine interpersonal orientierte Psychotherapie, die Beziehungen zwischen Menschen darstellt und analysiert, wobei verbale und nonverbale Kommunikation durch die vielfältigen Methoden des Rollenspiels, Stegreifspiels, Protagonistenspiels, Arbeit mit sozialem Atom etc. in die Gruppe einbezogen wird.
    Störungen und psychische Erkrankungen (z. B. Angst oder Zwänge) drücken sich in gestörten zwischenmenschlichen Beziehungen und in Störungen des Rollenkonzeptes, wie z. B. Rollenmangel, Rollenfixierungen, Rollenblockierungen, intra- und interpersonalen Rollenkonflikten und der fehlenden Organisation und Integration von Rollen aus. Das Psychodrama führt über die Klärung problematischer zwischenmenschlicher Beziehungen, über die Aufdeckung und das Erleben verdrängter Konflikte, über das kathartische Wiedererleben und szenische Verstehen früherer Situationen und über die Motivierung und Befähigung, neues Verhalten zu erproben, zur Ausbildung neuer und angemessener Rollencluster.
    Der Vorteil des Psychodramas liegt darin, dass es über das Spielen, Darstellen, Erleben – im Gegensatz zum alleinigen Reden – den natürlichen Zusammenhängen und Verwicklungen des Alltagslebens besonders gerecht wird. Erst, was erlebt, getan und gesprochen wurde, kann anschließend sinnvoll gedeutet und für die Therapie genutzt werden.
    Die wirkstarken Möglichkeiten des Psychodramas liegen in der emotionalen und strukturellen Forderung der Kinder und Jugendlichen bei der Rollenübernahme und in der erheblichen Erlebnisqualität des Psychodramas, das deshalb immer gut konzeptgeleitet und therapiezielorientiert sein muss.

  • suchttherapieDie Behandlung dieser Symptome (bei beginnender Spielsucht, chronifizierten Essstörungen etc.) setzt an folgenden Punkten an:

    • Der körperliche Konditionierungsprozess durch suchtpotente Bedingungen und Verhaltensweisen muss unterbrochen und die Abstinenz etabliert werden.
    • Der psychische und psychosoziale Konditionierungsprozess, der zur Selbstregulierung von unangenehmen Gefühlen und Vermeidung von notwenigen Anpassungsleistungen an die Realität dient, muss aufgearbeitet und verändert werden.
    • Ein abstinentes Selbstkonzept muss entwickelt werden. Kompetenzen wie Emotionalität, Kreativität, Unkonventionalität, Selbstannahme etc. des jungen Menschen müssen für die Entfaltung von Selbstheilungskräften entwickelt werden.

    Die Therapie versucht durch Stärkung von Ich-Funktionen, durch die Stabilisierung des Selbstwertgefühls sowie dem Aufzeigen und Erproben neuer Wege den jungen Menschen unabhängig von seinem jeweiligen Suchtverhalten zu machen. Da die Entstehungsbedingungen und Auswirkungen des Missbrauchs nicht allein im Individuum begründet sind, gehört die Einbeziehung des gesamten sozialen Umfeldes z. B. Eltern, Geschwister und Großeltern in den pädagogisch – therapeutischen Prozess.

  • familientherapieIn der Systemischen Familientherapie wird, neben der Erstellung der anamnestischen Fakten das individuelle Problembewusstsein und die daraus resultierende Wahrnehmung der jungen Menschen erfasst. Sie geht davon aus, dass alles Bewusstsein, emotionales Erleben und Verhalten Ausdruck und Ergebnis von Aufmerksamkeitsfokussierung ist, auf willkürlicher und unwillkürlicher, auf bewusster und unbewusster Ebene.

    Innerhalb der gewohnten Wertesysteme, Glaubenshaltung und Verhaltensmuster hypnotisieren sich Menschen in ihre Probleme bzw. in ihrer Bewertung dieser Probleme. Kann die Aufmerksamkeitsfokussierung umgestaltet und verändert werden, bewirkt dies häufig eine stabile Verbesserung des Erlebens und Empfindens. In Anlehnung an die kompetenzorientierte Hypnotherapie nach Milton Erickson wird mit der Systemischen Familientherapie versucht, die gesundheitsfördernden Aufmerksamkeitsprozesse auf Dauer zu stabilisieren.

    In einzeltherapeutischen Sequenzen wird in unserer Einrichtung bei Bedarf mit jungen Menschen ein Genogramm erarbeitet. Genogramm ist die Bezeichnung für eine piktografische Darstellung, die in der systemischen Familientherapie verwendet wird, um Familienbeziehungen, wiederkehrende Konstellationen und medizinische Vorgeschichte darzustellen. Dabei geht es inhaltlich weit über einen Familienstammbaum hinaus. Mit einem Genogramm sollen Verhaltensmuster, beziehungsstörende psychologische Faktoren und sich innerhalb einer Familie wiederholende Verhaltensweisen visualisiert und anschließend analysiert werden.

    Weiterhin nutzt die Systemische Familientherapie erlebnisorientierte Therapieverfahren in der Gruppentherapie. So können z. B. durch das Aufstellen von Familienskulpturen bzw. -konstellationen Aufmerksamkeitsfokussierungen mit Hilfe der Gruppenteilnehmer bildhaft und erlebbar gemacht werden. Dies bietet die Möglichkeit, die vorhandenen Beziehungsstörungen und Beziehungsfähigkeiten im Umgang mit dem anderen Gruppenteilnehmer zu überprüfen und ggf. zu korrigieren.

    Über diesen Gesamtprozess kommt es in der Regel zur Umorientierung und eigeninitiierter Einbeziehung der realen Familienmitglieder und -angehörigen, zu denen eine problemorientierte Aufmerksamkeitsfokussierung bestanden hat und die dann in den weiteren Veränderungsprozess einbezogen werden können.

  • verhaltenDie Verhaltenstherapie ist wesentlich gekennzeichnet durch ihre operationalisierbaren Methoden und Begriffe. Unter den Begriff „Verhalten“ fallen dabei beobachtbare Verhaltensweisen, kognitive, emotionale und physiologische Prozesse.

    In der Verhaltenstherapie bestehen spezifische Theorien über die Entstehung, Aufrechterhaltung und Änderung von Verhalten, die eine laufende Fortentwicklung erfahren und sich in praktischen Behandlungsmethoden niederschlagen. Der Anwendungsbereich verhaltenstherapeutischer Methoden und Theorien bezieht sich auf langfristige, bis in die frühe Kindheit zurückreichende und kurzfristige Entwicklungen.

    In der pädagogisch-therapeutischen Arbeit setzt sich die Verhaltenstherapie intensiv mit der individuell vorliegenden Bedingungsanalyse und Lerngeschichte des jungen Menschen auseinander. Die Analyse der Funktionalität des kritischen Verhaltens dient der Herausarbeitung der individuellen Auslöser und der jeweils aufrechterhaltenden Verstärker.

    Hieraus lassen sich individuell maßgeschneiderte Therapieziele und Interventionen ableiten, z.B. Maßnahmen zur Verbesserung der Selbstwirksamkeitsüberzeugung oder der Impulskontrolle.

    Durch Konfrontationsübungen bereiten sich schon stabilere Kinder und Jugendliche auf reale Versuchungssituationen vor. In der kognitiven Verhaltenstherapie arbeitet man auf dem Hintergrund der Lebensgeschichte des jungen Menschen die kognitiven Trigger und Verstärker heraus, um z. B. bei einem drohenden Rückfall in alte Verhaltensmuster interne, automatisierte und immer misslingende  Dialogstrukturen umzuarbeiten.